Forschung in der Kinderherzchirurgie

Ein vielversprechendes neues Konzept von Klappenprothesen sind Biogene Polymere (BP). Zu den Eigenschaften von BP gehören hohe Zugfestigkeit, Biokompatibilität, Hämokompatibilität, und biologische Abbaubarkeit, die es ideal für eine breite Palette biomedizinischer Anwendungen, machen. Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, die Anwendbarkeit von BP für Herzklappenprothesen zu evaluieren. Die neueste Generation unserer BP sind bezüglich der mechanischen Eigenschaften mit xenogenem Perikard vergleichbar.

Verfügbare Herzunterstützungssysteme basieren auf metallischen Pumpen. Dementsprechend hoch ist das Thrombemolierisiko. In Zusammenarbeit mit der Ecole polytechnique fédérale de Lausanne entwickeln wir einen dielektrischen Elastomerschlauch, der sich wie ein Ventrikel kontrahieren kann und keinerlei metallische Pumpenbestandteile besitzt. Langfristig soll diese völlige neue Generation von Kunstherzen Kindern mit Einkammerherz helfen.

Wir sind verpflichtet die Ergebnisse unserer Therapien zu kennen, insbesondere wenn es sich um die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität Jahrzehnte nach einer Operation im Neugeborenenalter handelt. Daher liegt ein Schwerpunkt unserer klinischen Forschung auf retrospektiven Nachuntersuchungsstudien die das gesamte Spektrum der Chirurgie angeborener Herzfehler beinhalten.

Klinische Forschung

Dass wir wissen müssen, wie es unseren kleinen Patientinnen und Patienten viele Jahre nach der Operation geht, ist für uns selbstverständlich. Zu diesem Zweck werden am europäischen Kinderherzzentrum ekhz und der Klinik für Chirurgie angeborener Herzfehler und Kinderherzchirurgie am TUM Klinikum Deutsches Herzzentrum regelmäßig Studien durchgeführt. Durch die langjährigen Erfahrungen mit einer großen Zahl seltener Operationen finden wir immer wieder Möglichkeiten, die Therapieergebnisse weiter zu verbessern. Die Ergebnisse werden international veröffentlicht. So sind wir beispielsweise führend bei der Erforschung der Behandlung des univentrikulären Herzens.

Link YouTube-Video Forschung 4D-Flow: https://www.youtube.com/watch?v=HjUBYojFpK8

Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Masamichi Ono

Das ekhz leitet zusammen mit anderen großen europäischen und amerikanischen Kliniken wichtige multizentrische Studien, um die Behandlung sehr seltener angeborener Herzfehler weiter zu verbessern. Wir sind an der Pflege und Auswertung von Registern und Datenbanken beteiligt; das deutsche Ross Register und die europäische kinderherzchirurgische Datenbank sind hierfür Beispiele.

Experimentelle Forschung

Die Entwicklung des idealen Materials zum Ersatz von Blutgefäßen oder Herzklappen ist Gegenstand intensiver Forschung. In Zusammenarbeit mit dem ARTORG Center for Biomedical Engineering Research der Universität Bern leiten wir ein Projekt mit dem Ziel, neue Materialien in die klinische Anwendung zu bringen.

Bei sehr schweren angeborenen Herzfehlern, zum Beispiel bei Einkammerherzen, kann es notwendig sein, Herzunterstützungssysteme zu implantieren. Die verfügbaren Pumpen haben einen festen Platz in der chirurgischen Therapie. Zukünftige Entwicklungen gehen weg von mechanischen Pumpen hin zu künstlicher Muskulatur. In Kooperation mit der école polytechnique der Universität Lausanne und der Werner von Siemens Stiftung entwickeln wir Systeme, die speziell für unsere Patientinnen und Patienten zu Anwendung kommen sollen.

Ansprechpartner:
PD Dr. med. Philipp Heinisch

Publikationen von Forschungsergebnissen

Seit 2018, als mit der Klinik für Chirurgie angeborener Herzfehler und Kinderherzchirurgie am TUM Klinikum Deutsches Herzzentrum und der Sektion für Chirurgie angeborener Herzfehler und Kinderherzchirurgie am LMU-Klinikums das Europäische Kinderherzzentrum entstand, haben sich die klinischen und experimentellen Aktivitäten erheblich entwickelt. Das junge und dynamische Team aus Chirurginnen und Chirurgen, die gleichzeitig auch klinische und experimentelle Forscher sind, hat zahlreiche neue Forschungsergebnisse veröffentlicht. Vor allem im Bereich der Langzeitergebnisse nach der Korrektur/Palliation komplexer angeborenen Herzfehlers, wie den univentrikulären Herzen, der Transposition der großen Gefäße, dem Truncus arteriosus communis und der Fallot-Tetralogie.

Internationale Kooperation ermöglichten die Veröffentlichung neuer Erkenntnisse auf dem Gebiet der Lungentransplantation, der künstlichen Blutpumpen und und der Herstellung von Geweben zur Korrektur angeborener Herzfehler. Die Zahl der Veröffentlichungen nahm von Jahr zu Jahr zu. Bemerkenswert ist, dass die Beiträge von Medizinstudierenden zunehmen und ein Drittel der Veröffentlichungen von Medizinstudierenden als Erstautoren stammen. Zudem waren internationale Gastärzte in erheblichem Maße an den interdisziplinären Forschungsaktivitäten beteiligt.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Masamichi Ono